Flüge und Nachhaltigkeit

Fliegen, aber verantwortungsbewusst

Für viele gehört es einfach zum perfekten Urlaub dazu: Fliegen. Auch wenn der Flug in den Urlaub nicht mehr das exotische Gefühl vermitteln kann wie noch vor 20 Jahren, so ist es immer noch einer der beliebtesten Verkehrsmittel um eine Städtereise, den Jahresurlaub oder einen Kurztrip zu erleben. Noch gibt es für viele Zielgebiete keine wirkliche Alternative zu Fliegen, da entweder die Reisezeit zu lang oder der Trip zu teuer wird, es lohnt sich aber nach Alternativen zu schauen.

Macht mein geplanter Flug Sinn?

Bei der Wahl des Flugziels, der Route und der Fluggesellschaft kann einiges erreicht werden, um die Reise komfortabler, sicherer und bewusster zu gestalten. Planen Sie eine Fernreise, so fragen Sie sich zunächst, warum ich in dieses Land reisen möchte: auf einem 11,5h langen Flug in die Karibik werden pro Passagier mehrere Tonnen CO² in die Atmosphäre gestoßen. Wir möchten Sie keinesfalls vom Reisen abhalten, aber wenn Sie z.B. einen reinen All Inclusive Urlaub planen, das Reiseland also zweitrangig ist, so gibt es eventuell Alternativen mit deutlich kürzeren Flugzeiten. Achten Sie bei ihrer Buchung, auch bei Pauschalreisen, welche Airline und welches Fluggerät für ihre Reise vorgesehen ist. In Punkto Sicherheit beobachtet die EU die Fluggesellschaften zwar regelmäßig und verhängt entsprechende Flugverbote in die EU, leider sind das aber nur die ganz schweren Fälle. Airlines, auch in Europa, die nicht sehr stramme nationale Sicherheitsvorgaben und -kontrollen haben, spiegeln sich teilweise in der Statistik als weniger sicher wider.

Auf das Fluggerät achten

Das jeweilige Fluggerät hat einen erheblichen Anteil an persönlichen CO² Abdruck. In Deutschland werden auf den touristischen Langstrecken vor allem die Boeing 767 (Condor) und der Airbus A330-200 von Eurowings geflogen. Es komme einige Faktoren zusammen wieviel Kerosin ein Flugzeug am Ende tatsächlich verbraucht, allerdings kommt der A330 im Durchschnitt auf ein 15% niedrigeren Verbrauch. Im Herbst 2020 wird TUIfly von Düsseldorf mit nagelneuen Boeing 787 auf der Langstrecke an den Start gehen. Diese Flugzeugtypen sind dann natürlich nochmals deutlich sparsamer und CO² freundlicher.

Wo steige ich um?
Ein weiterer Faktor um bewusster zu fliegen, den ich als Passagier selbst aktiv mitbestimmen kann, ist das Routing eines Fluges. Oft ist es uns nicht anders möglich als umzusteigen, um an unseren Zielort zu kommen. Man sollte jedoch bedenken, dass Start und Landung besonders viel Energie benötigen und natürlich auch zusätzlichen Lärm verursachen.
Selbstverständlich ist der Preis des Fluges ein entscheidender Faktor und niemand möchte mehr als notwendig ausgeben. Fluglinien machen solche Flugstrecken entsprechend günstiger, wenn Flugzeiten für einen Passagier als unattraktiv angesehen werden. Als Beispiel sind die Strecken von Europa nach Südafrika zu erwähnen: hier bieten die sogenannten Golf-Airlines wie Emirates, Etihad, Qatar oder Oman Air teilweise sehr günstige Tickets an. Die Flugzeiten sind allerdings auch bis zu 5h länger und die zurückgelegenen Flugkilometer sind z.B. auf der Strecke Hamburg – Kapstadt fast 30% höher. Entsprechend höher ist selbstverständlich auch der persönliche herunter gerechnete Verbrauch jedes Passagiers.

 

Christofer GratzFlüge