Kreuzfahrten

Können Kreuzfahrten nachhaltig sein?

Träumst du von einem Urlaub auf einem Kreuzfahrtschiff? Du hast aber Bedenken aufgrund der sehr schlechten Ökobilanz und Rufes der Kreuzfahrtschiffe? Oder du konntest die Vorteile dieser Art des Reisens schon genießen, fragst dich nun aber, ob ein wiederholtes Reisen mit einer nachhaltigen Lebenseinstellung zu vereinbaren ist.
Vielleicht können wir dir ein wenig bei Entscheidungsfindung helfen: Kreuzfahrtreisen sind definitiv eine wunderbare Art des Reisens und können, wenn ihr bestimmte Dinge beachtet, nicht nur nachhaltiger, sondern auch intensiver erlebt werden.

Alternative Antriebsformen bei AIDA, Costa und Hurtigruten

Ein wesentlicher Nachhaltigkeitsfaktor bei Kreuzfahrten ist zunächst mit welchem Schiff ihr die Reise unternehmt. Leider hat sich die weltpolitische Bühne noch nicht auf einheitliche umweltfreundlichere Abgaswerte bei der Passagier- und Frachtschifffahrt einigen können. Daher ist es den Reedereien überlassen, solche wegweisenden Alternativen anzubieten. Im europäischen Raum bieten seit kurzem AIDA mit der AIDANova und Costa Kreuzfahrten mit der Costa Esmeralda zwei Schiffe mit Flüssiggasantrieb an. Dies ist zwar auch nicht sehr umweltfreundlich, da in Etwa mit diesem Diesel beim Auto vergleichbar, jedoch eine deutliche Verbesserung zu den anderen Schiffen, die hauptsächlich auf
Schweröl laufen.

Zu diesem Thema bringt der Deutsche Naturschutzbund NABU jedes Jahr eine Rangliste der am wenigsten umweltschädlichen Kreuzfahrtschiffe. So landen die zwei genannten Schiffe auf den ersten beiden Plätzen gefolgt von der MS Europa 2, Hanseatic Nature und Hanseatic Inspiration der deutschen Hapag-Lloyd. Die Kreuzfahrtschiffe der TUI mit Mein Schiff 1 – 6 schneiden dabei mittelmäßig während die Kreuzer der italienischen MSC und der amerikanischen Royal Caribbean und Norwegian Cruise Line sehr schlecht abschneiden. Die Hurtigruten haben mittlerweile mit der Roald Amundsen ein sogenanntes Hybridschiff im Portfolio, das ähnlich einem Hybridauto sowohl von Strom als auch von Diesel angetrieben wird.

Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Wahl ihrer Kreuzfahrt sollte auch sein, ob das Schiff einen Landstromanschluss verfügt. In diesem Fall kann auf umweltschädliche fossile Verbrennung in den Häfen verzichtet werden und das Schiff während seines Hafenaufenthalts mit Strom aus regenerativen Energien versorgt werden.

Flusskreuzfahrten als umweltfreundliche Alternative

Eine deutlich umweltfreundlichere Alternative zu den Hochseekreuzfahrten sind die europäische Flusskreuzfahrten: früher etwas belächelt als bessere Ausflugsdampfer für Senioren hat diese Reiseform deutlich aufgeholt und bieten heute durch moderne Schiffe, Entertainment und teilweise All-Inklusive an Bord den Komfort der großen Kreuzer.

Die gesamte Ökobilanz für eine Reise mit Flusskreuzschiff ist um einiges besser als die großen Schwestern auf hoher See. Zunächst werden die meisten Schiffe mit gängigen Dieselmotoren mit Rußpartikelfiltern angetrieben. Moderne Boote wie z.B. der Arosa Reederei sind zudem mit Landstromgeneratoren ausgestattet und können damit in den Häfen mit regenerativer Energie versorgt werden. Aufgrund der kürzeren Anreise und umweltfreundlicheren Alternativen wie Bahn oder Busse verbessert sich die CO² Bilanz einer solchen Kreuzfahrt weiter. Da auch auf Rhein, Main, Donau und Elbe interessante Routen angeboten werden, kann man quasi von der Haustür starten. Ein großer Vorteil der Flusskreuzfahrten ist weiterhin, dass diese durch ihre Größe meist direkt in den Zentren der Anlegeorte anlanden können. Das verringert die Umweltbelastung weiter. Im Gegensatz zu den Hochseeschiffen, bleiben die Flusskreuzer nachts in den Häfen, so dass man das Leben in diesen Orten nachhaltiger erleben kann: statt auf dem Schiff kann man dann auch mal in einem örtlichen Restaurant speisen und damit die lokale Wirtschaft unterstützen.

Anreise zur Kreuzfahrt nachhaltig gestalten

Soll es am Ende doch eine Hochseekreuzfahrt sein, so gibt es auch hier viele Möglichkeiten seine eigene Ökobilanz zu verbessern. Im Sommer legen viele Schiffe der AIDA, MSC oder Costa von den deutschen Häfen Hamburg, Kiel oder Warnemünde zu Fahrten in die Ostsee und Nordsee ab. Diese Häfen sind bequem und schnell per Bahn erreichbar.
Aber auch Mittelmeerkreuzfahrten werden oft von den Starthäfen Savona oder Genua angeboten, die beide gut mit der Bahn oder Fernbussen erreichbar sind. Bei Mittelmeerkreuzfahrten raten wir allerdings von Routen, die Venedig und/oder Dubrovnik als Tagesstops beinhalten, ab. Leider ist es absolut nicht nachhaltig, wenn die Kreuzfahrtriesen in Sichtweise von Venedig wie ein UFO die Szenerie verzehren. Sie möchten auch nicht der Tausenden sein, die sich für ein paar Stunden durch die Altstädte von Venedig und Dubrovnik zwängen und damit die Umgebung für die Einheimischen unerträglich zu machen.

Strecke sorgfältig wählen

Wir empfehlen generell bei der Routenwahl auf Häfen zu achten, die etwas außerhalb der Innenstädte liegen und damit das natürliche Stadtbild nicht zerstören. Je größer die Städte umso weniger auch die Auswirkung von Tagesgästen der Kreuzfahrtschiffe.

Telefonische Beratung bei Kreuzfahrten sehr wichtig

Um die ideale Kreuzfahrt zu finden, lassen Sie sich am besten von unseren Experten am Telefon beraten. Sie erreichen uns täglich bis 22.00h unter der Nummer 0991 – 29 67 67 700

 

Christofer GratzKreuzfahrten